Knochenschäden durch Fußballschuhe - DER SPIEGEL
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Knochenschäden durch Fußballschuhe

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Neuentwicklungen der Fußballschuhindustrie haben zu einer steigenden Zahl von Verletzungen geführt – sowohl durch das veränderte Material als auch durch die Form der Stollen. Zu diesem Schluss kamen Experten vorige Woche auf dem Sportärztekongress in München. Zuletzt waren die Hersteller vermehrt dem Wunsch der Spieler nach sehr leichtem, elastischem Schuhwerk nachgekommen – mit dem Ergebnis, dass sich die Kickerstiefel zwar wie eine zweite Haut anfühlen, aber häufig keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. "Eine zu hohe Flexibilität im Mittelfuß führt zwangsweise zu einer erhöhten Belastung und wohl auch zu einer erhöhten Rate von Mittelfußverletzungen", so Markus Walther, Fachmann für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie und wissenschaftlicher Berater des Deutschen Fußball-Bunds. Zugleich hat sich offenbar das Risiko bei modernen Fußballschuhen durch eine weitere Neuerung erhöht: Die klassischen Schraubstollen wurden durch längliche, schmale Keile ersetzt. "Da sich diese messerartig in den Boden schneiden, erhöht sich zwar die Standfestigkeit drastisch", so Walther, "auf der anderen Seite aber können sie schwere Verletzungen beim Foulspiel hervorrufen." Wohl beginnen inzwischen etliche Ausrüster damit, die Mittelpartie des Schuhs mit robusterem Material zu verstärken und die Keile leicht abzurunden. Noch aber scheinen die Gefahren nicht gebannt: Jüngst schlitzte Englands Superstar Wayne Rooney im ersten Einsatz mit einem neuentwickelten Schuh zunächst den Oberschenkel seines Nationalmannschaftskollegen John Terry auf, wenig später brach er sich bei einem Zweikampf den Mittelfuß.