Arena droht mit rechtlichen Schritten gegen Telekom und Premiere
Der Inhaber der Live-Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga, die Arena Sport Rechte und Marketing GmbH, droht den neuen "strategischen Partnern" Deutsche Telekom und Premiere mit juristischen Konsequenzen. "Solange sie Briefmarken-Fernsehen übers Internet machen, berührt uns das nicht", sagt Geschäftsführer Dejan Jocic. "Falls Telekom und Premiere aber unsere exklusiven Rechte tangieren, werden wir selbstverständlich juristisch gegen sie vorgehen." Der Inhaber der Ligaübertragungsrechte via Internet-Protokoll (IP-TV), die Deutsche Telekom, hatte am Freitag in München ihre gemeinsamen Pläne mit dem Bezahlfernsehanbieter Premiere publik gemacht. Danach soll Premiere seine Abonnenten in den VDSL-Ausbaugebieten von Sommer an im Rahmen des neuen T-Home-Angebotes weiterhin mit seiner Bundesliga-Berichterstattung bedienen können und das über eine neue Empfangsbox wie bisher mit normalen Fernsehgeräten. Zudem hielt sich Telekom-Vorstand Walter Raizner ausdrücklich die Option offen, die eigenen IP-TV Signale neben VDSL auch via Kabel und Satellit in die Haushalte zu bringen. Die DFL hat zuletzt am Freitag kategorisch bestritten, dass die Telekom hierfür die notwendigen Rechte habe. Hinter den Kulissen arbeiten die Arena-Verantwortlichen zudem an einem medienpolitischen Vorstoß in eigener Sache. Weil EU-Kommissarin Viviane Reding den von der Bundesregierung geplanten Wettbewerbsschutz für den teuren Aufbau der Telekom-VDSL-Netze ohnehin kritisch beäugt ("wettbewerbsfeindlicher Sonderweg"), erwägt Arena eine Beschwerde in Brüssel in der Kombination mit dem bislang marktbeherrschenden Bezahlfernsehanbieter Premiere, so die Argumentation, entstehe ein mächtiges Oligopol, das andere Marktteilnehmer nach Belieben diskriminieren könne.