Regierung und Atomindustrie führen Geheimgespräche zur Kernkraft - DER SPIEGEL
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Regierung und Atomindustrie führen Geheimgespräche zur Kernkraft

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In den Konflikt um die Zukunft der Kernkraft in Deutschland kommt Bewegung. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL haben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Spitzenvertreter der Atomkonzerne von E.on, EnBW, RWE und Vattenfall vertrauliche Gespräche über eine Alternative zum Endlager Gorleben und die Restlaufzeiten von Atommeilern aufgenommen. Bei einem ersten Treffen am Dienstag vergangener Woche in Berlin hat Gabriel den Stromkonzernen erstmals eine einvernehmliche Lösung in der Endlagerfrage in Aussicht gestellt. Demnach müssten in den kommenden Monaten alternative Standorte zum geplanten Endlager Gorleben gesucht werden. Gabriel regte dazu Probebohrungen in anderen Bundesländern an. Für die geschätzten Kosten in Höhe von 120 Millionen Euro sollten die Konzerne aufkommen. Erst wenn sich bei der Suche keine bessere Lösung als Gorleben finden lasse, wäre Gabriel bereit, dort ein Endlager zu akzeptieren. Bislang hatten der Minister und die SPD das Endlager in Gorleben kategorisch abgelehnt. Beraten wurde in der Runde auch über eine mögliche Verlängerung der Restlaufzeiten für Atomkraftwerke. Die Stromkonzerne RWE und EnBW wollen in den kommenden Wochen für mindestens zwei Atomkraftwerke längere Laufzeiten beantragen. Konkrete Vereinbarungen wurden bislang jedoch nicht getroffen. Weitere Treffen sind verabredet.