BP-Chef hält sinkende Ölpreise für "sehr wahrscheinlich" - DER SPIEGEL
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BP-Chef hält sinkende Ölpreise für "sehr wahrscheinlich"

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Der Chef des britischen Ölkonzerns BP, Lord Browne, rechnet mit deutlich sinkenden Ölpreisen. Es sei mittelfristig "sehr wahrscheinlich", dass die Preise im Schnitt auf etwa 40 Dollar pro Barrel zurückgingen, "auf die ganz lange Sicht sind sogar 25 bis 30 Dollar vorstellbar", sagt Browne in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Allerdings sei kaum zu erwarten, dass die Preise kurzfristig so stark fielen. Dass der Ölpreis heute etwa 30 Prozent höher liege als im Vorjahr, erkläre sich unter anderem aus der Sorge um die politische Entwicklung in Teheran, so Browne. Als Bürger mache er sich durchaus Gedanken über eine potentielle Atommacht Iran. Der dortige Staat sei allerdings außerordentlich abhängig von den Ölverbraucherstaaten. "Ich bin sicher, dass sich die politische Führung dessen bewusst ist." Dass einige Staaten Lateinamerikas mehr Einfluss auf das Rohstoffgeschäft gewinnen, hält Lord Browne nicht für den Beginn einer neuen Ära. "Es sind vielmehr Einzelfälle, die sich seit langer Zeit abgezeichnet haben. Sie haben keinen Einfluss auf das weltweite Angebot von Öl und Gas." Jede Regierung behalte sich das Recht vor, Steuern und Abgaben auf die Förderung zu erhöhen, so der BP-Chef weiter, das sei nichts Ungewöhnliches. "Natürlich ist ein Teil des Gewinns unverdient, weil der Ölpreis höher liegt, als irgendjemand ernsthaft erwarten konnte." Allerdings habe BP viel Geld investiert, und was übrig bleibe, gehe an die Aktionäre, überwiegend seien dies Pensionsfonds. "Mit einem Großteil des Gewinns wird also Altersvorsorge betrieben", so Browne.