Nachschubprobleme bei deutschen Flaggen
Zu Nachschubproblemen hat die explodierende Nachfrage nach deutschen Nationalflaggen bei vielen Händlern geführt. Vor allem bei Autowimpeln droht ein Engpass. Grund: Das wehende Symboltuch ist selten Made in Germany, sondern meist ein Billig-Import aus China. 100.000 Stück der Polyesterfähnchen mit Plastikstiel hatte etwa die Kölner Firma Fernost Importe Geiss (FIG) zur WM geordert - nach wenigen Tagen waren sie vergriffen. Auch die bei fünf anderen Importeuren nachgeorderten Exemplare waren schnell ausverkauft. "Selbst wenn in China massenweise Nachschub auf Halde läge", so FIG-Marketing-Mann Calogero Lo Cicero, "müsste der, weil Luftfracht zu teuer ist, per Container auf dem Seeweg kommen und wäre frühestens in vier bis sechs Wochen in Deutschland - dann aber ist die WM vorbei." Auf Fähnchen aus deutscher Produktion wollen Händler, wie der Chef des Internet-Discounters Everflag, Marcel Cornelißen, nicht umsteigen: Die seien "je nach Qualität und Verarbeitung um das 10- bis 30fache teurer" als die chinesische Ware. Bei Abnahme von über 50.000 Stück liefern Firmen aus dem Reich der Mitte "German car flags" für rund 17 Cent pro Stück - die dann hier für bis zu 5 Euro über den Ladentisch gehen. Die Fahnennot verschärfen dürften schlechte Nähte, die die schwarz-rot-goldenen Flatterteile schnell ausfransen lassen. Auch der Stiel ist weniger dauerhaft als es Neupatrioten recht sein dürfte. Bei Tempo 100 ist oft Ende der Fahnenstange, wie FIG-Mann Lo Cicero jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit feststellt: "Auf der Autobahn Köln-Aachen liegen die Dinger reihenweise am Fahrbahnrand."