Siemens verwarf Komplettverkauf der Telekom-Netzsparte
Der Münchner Siemens-Konzern hatte vor dem vergangene Woche angekündigten Zusammenschluss seiner Telekom-Netzsparte mit dem Mobilfunk-Ausrüstungsgeschäft des finnischen Wettbewerbers Nokia die Chance zu einem kompletten Verkauf seines traditionsreichen ehemaligen Stammgeschäfts. Anfang April nahmen ein Finanzinvestor und die Investmentbank Merrill Lynch Kontakte zur Konzernführung auf. Das Kreditinstitut unterbreitete dem Siemens-Vorstand am 26. April das Angebot, den Geschäftszweig für gut acht Milliarden Euro zu übernehmen, die Offerte wurde vom Aufsichtsrat jedoch verworfen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern, Merrill Lynch bestätigt lediglich, dass es Gespräche gab. Siemens und Nokia standen bereits Ende vergangenen Jahres schon einmal kurz vor einem Zusammenschluss ihres Netzegeschäfts. Der Deal soll jedoch unter anderem deswegen gescheitert sein, weil bei den Finnen ein Führungswechsel bevorstand. Bei einer außerordentlichen Sitzung des Siemens-Aufsichtsrats am 17. Juni stimmten sieben Arbeitnehmervertreter gegen das geplante Joint Venture mit Nokia, unter anderem, weil sie sich im Vorfeld des Treffens nicht ausreichend informiert fühlten.