Heros-Pleite Wurden 88 Millionen auf Privatkonten abgezweigt?
Hamburg - Dem Gläubigerausschuss des im Februar in die Insolvenz geschlitterten Sicherheitsunternehmens, das mit Veruntreuungen unter anderem einen ruinösen Preiskrieg finanziert hatte, präsentierte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young am Montag dieser Woche einen Untersuchungsbericht. Die Analyse zeigt erste Hinweise auf den Verbleib von 400 Millionen Euro auf. Danach sind 230 Millionen Euro von Bargeldkonten bei der Bundesbank auf Geschäftskonten verschiedener Heros-Gesellschaften verschoben worden.
Die Heros-Buchhalter tarnten die Unterschlagungen als Kundenüberweisungen, für die fiktive Rechnungen geschrieben wurden. Zudem gingen Einzahlungen des Handelsriesen Woolworth direkt auf ein Geschäftskonto von Heros, das "nicht in der Finanzbuchhaltung abgebildet war". So versickerten laut Ernst & Young weitere 41 Millionen Euro.
Offenbar flossen darüber hinaus etliche Millionen in die privaten Kassen einiger Firmenmanager. Sie sollen über ein eigenes Unternehmen "technisches Equipment" eingekauft und Heros über eine Leasinggesellschaft zum doppelten Preis in Rechnung gestellt haben. Zudem soll sich ein Prokurist der Sicherheitsfirma Rechnungen in Höhe von einer halben Million Euro für den Bau seines Privathauses von Heros bezahlt haben lassen.
Demgegenüber ist der Verbleib von über 88 Millionen Euro weiter völlig unklar. Die Ermittler vermuten, dass die Privatentnahmen der Heros-Manager in Wahrheit weit höher liegen als von den Hauptbeschuldigten bislang eingeräumt wurde. Erste Spuren führen zu Konten in der Schweiz, Spanien und Luxemburg.