Airbus-Verkaufschef John Leahy unter Druck - DER SPIEGEL
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Airbus-Verkaufschef John Leahy unter Druck

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Beim europäischen EADS-Konzern gerät wegen der verspäteten Auslieferung des neuen Großraumflugzeugs A380 nach Co-Konzernchef Noël Forgeard ein weiterer prominenter Manager in die Kritik: Airbus-Verkaufschef John Leahy. Der gebürtige New Yorker habe, so die interne Kritik, noch vor wenigen Monaten den Kunden des Megajets immer neue Extrawünsche bei der Ausstattung bewilligt, obwohl der sogenannte Design-freeze, also die Festschreibung der Flugzeugkonfiguration und der benötigten Teile, längst erfolgt war. Die Konstrukteure der Elektriksparte mussten daraufhin die Neuentwicklung und Produktion zusätzlicher Kabelbäume und Strippen vornehmen oder in Auftrag geben, die teilweise eine Lieferzeit von mehreren Monaten haben. Um von seiner eigenen Nachgiebigkeit abzulenken, die den Konzerngewinn in Verbindung mit anderen Versäumnissen bis 2010 nun um etwa zwei Milliarden Euro schmälern, habe Leahy, so ein Hamburger Airbus-Manager, im November einen Brandbrief an seine Kollegen geschrieben. Darin drängt er auf Verbesserungen im Flugzeugangebot (SPIEGEL 6/2006). Auch bei Airbus in Toulouse und der Mutter EADS wurde Leahys Schreiben, das vom 10. November datiert, als Ablenkungsmanöver eingeschätzt. Das könnte bedeuten, dass führende Mitarbeiter über die Probleme beim Produktionshochlauf des A380 viel früher informiert waren, als sie es heute zugeben wollen. Sprecher beider Unternehmen wollten zu dem Vorgang nicht Stellung nehmen. Leahy selbst betont, die Kunden hätten "ihre Wünsche alle rechtzeitig vor Produktionsbeginn angemeldet".