Deutsche Soldaten Terror-Zielscheiben in Afghanistan - DER SPIEGEL
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Deutsche Soldaten Terror-Zielscheiben in Afghanistan

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Die Bundeswehrspitze befürchtet, dass deutsche Soldaten in Afghanistan gezielt als Opfer terroristischer Anschläge ausgesucht werden. Interne Lageberichte sprechen "von einer neuen Qualität der Gefährdung" im Raum Kunduz im Norden des Landes, der bisher als eher friedlich galt. Deutsche Konvois werden nach Einschätzung hoher Militärs vermehrt zur Zielscheibe. Das alte Motto "Schwarz-Rot- Gold ist eine Schutzweste" (Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan) habe ausgedient, so ein hoher Offizier. Am vorigen Dienstag war, zum ersten Mal, in der Region Kunduz ein Selbstmordanschlag auf eine deutsche Patrouille verübt worden. In der folgenden Nacht wurde in der Nähe des Dorfes Angur Bogh ein Spähwagen vom Typ "Fennek" durch die Granate einer russischen Panzerfaust außer Gefecht gesetzt. Ein zu Hilfe gerufener Verstärkungstrupp geriet ebenfalls unter Panzerfaustbeschuss. Nahe des US-Stützpunktes Bagram bei Kabul wurde zudem gezielt ein deutscher Geländewagen des Typs "Wolf", der in einem amerikanischen Konvoi zu einer Schießbahn fuhr, von einem Selbstmordattentäter angegriffen. Die Bundesregierung reagierte vorige Woche nervös auf die Zunahme der Vorfälle. In einer kurzen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses beschränkten sich die Parlamentarischen Staatssekretäre des Außen-, Verteidigungs- und Entwicklungsministeriums auf "überraschend düstere" Lageberichte, wie ein Teilnehmer vermerkte. Das Verteidigungsministerium versuchte, die jüngsten Anschläge zu verharmlosen. Die Attacken mit der Panzerfaust wurden zu Angriffen mit "Handfeuerwaffen" herunter gespielt. Der Selbstmordanschlag auf den deutschen Geländewagen wurde erst bestätigt, als zwei Tage nach dem Vorfall die ersten Medien darüber berichteten.