Fischer rät Grünen zu Vorbereitung von Ampel-Koalitionen
Die Grünen müssen sich nach Ansicht des früheren Außenministers Joschka Fischer gezielt auf mögliche Ampel-Koalitionen unter Einschluss von Union und der FDP vorbereiten. In einem Fünfparteiensystem blieben für seine Partei realistisch "nur zwei Konstellationen: die schwarze oder die rote Ampel", sagte Fischer in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. Damit sind Verbindungen der SPD oder der CDU jeweils mit FDP und Grünen zugleich gemeint. "Nicht nur die Grünen, auch andere Parteien, werden eine strategische Debatte und Entscheidungen brauchen. Es geht um die Verbindung von Inhalt, Macht und Person", sagte Fischer. "Das gilt für die rote genauso wie für die schwarze Ampel." Fischer gilt als persönlicher Gegner von Bündnissen mit Union und FDP. Auch seinen Abschied aus der Bundespolitik begründete er im SPIEGEL indirekt mit der neuen Option. Andernfalls hätte er selbst "noch mal richtig anfangen müssen zu rackern, um eine neue Machtperspektive zu erarbeiten". Eine Koalition von SPD, Grünen und Linkspartei schloss er fürs Erste aus: "Lafontaine verhindert eine koalitionsfähige Linke, was ich sehr bedaure."