Bau der Ostsee-Gaspipeline verzögert sich wahrscheinlich
Der geplante Bau der Ostsee-Pipeline für russisches Gas wird sich offenbar verzögern. Bei den zuständigen Genehmigungsbehörden, dem Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie dem Bergamt im vorpommerschen Stralsund sind bislang "keine Anträge" für ein Raumordnungsverfahren eingereicht worden. Die Betreiber wollen zunächst ein internationales Notifizierungsverfahren der Ostseeanrainer-Staaten abschließen und auch die Bedenken der Umweltverbände ausräumen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Betreibergesellschaft und Ex-Kanzler Gerhard Schröder hat versichert, "dass alle ökologischen Bedenken ernst genommen" würden. Die rund 1200 Kilometer lange Pipeline soll in Deutschland besonders geschützte Regionen (Natura-2000-Gebiete) queren. Durch die Baumaßnahmen, die am Greifswalder Bodden 2008 beginnen sollen, wird zudem die Störung von Aufzuchtgebieten des Ostsee-Herings befürchtet. Aus ökologischen Gründen wurden kürzlich nördlich der vorgesehenen Pipeline-Trasse zwei Offshore- Windparks von der BSH nicht genehmigt. Zu der geplanten Gasleitung sagt BSH-Justiziar Christian Dahlke: "Wir werden die gleichen strengen Standards wie für Windparks anwenden."