Allianz-Chef Diekmann verteidigt geplanten Stellenabbau - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Allianz-Chef Diekmann verteidigt geplanten Stellenabbau

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Allianz-Chef Michael Diekmann hat den Abbau von 7500 Stellen in einem SPIEGELGespräch vehement verteidigt. Der Versicherungskonzern laboriere "schon seit etlichen Jahren an den Symptomen einer grundlegenden Malaise herum". Es sei wichtig, nun "fundamentale Änderungen in unserer Struktur vorzunehmen". Lebens-, Kranken- und Sachversicherung hätten in der Verwaltung "hochkomplexe Doppelungen" unterhalten. Die internationale Industrieversicherung habe "ein strukturelles Manko" gehabt. Und die Tochtergesellschaft Dresdner Bank sei von fünf auf drei Geschäftsbereiche geschrumpft. "Das macht Rationalisierung möglich, wo sie auch unbedingt nötig ist im Vergleich zu anderen Banken", begründete Diekmann den Abbau von allein 2500 Stellen dort. Das Warnsignal sei dabei nicht vom Kapitalmarkt, sondern von den Kunden ausgegangen. Als Beispiel zählt der Chef des Münchner Konzerns gegenüber dem SPIEGEL auf, dass bei der Allianz 2005 1,2 Millionen Autoversicherungen storniert wurden. Den Forderungen der Gewerkschaften beispielsweise auf den Verzicht betriebsbedingter Kündigungen bis zum Jahr 2012 erteilte der Allianz-Chef eine klare Absage. "Was die Gewerkschaften möchten, ist Stillstand bis zum Jahr 2012. Das geht nicht. Wir wollen nicht mit einer langen Phase der Unsicherheit weiterleben", sagte er, "sondern schnell wieder handlungsfähig werden". Diekmanns Ziel: Die Allianz müsse "weg von Behördenmentalität und Bürokratismus". Der Konzern müsse "moderner werden, flexibler, schneller".