Neuer Korruptionsskandal in der Autoindustrie - DER SPIEGEL
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Neuer Korruptionsskandal in der Autoindustrie

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Im VW-Konzern gibt es eine neue Korruptionsaffäre. Nach Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft stehen ein Einkaufsmanager der Konzerntochter Audi und ein inzwischen pensionierter Bereichsleiter von VW im Verdacht, Schmiergeld des Lieferanten Faurecia kassiert zu haben. Das berichtet DER SPIEGEL. Der Audi-Mitarbeiter soll mindestens 160.000 Euro erhalten haben. Der einstige VW-Bereichsleiter soll Zahlungen von 139.000 Euro eingeräumt haben, die er in bar bekommen habe. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Beamten 7.0000 Euro in bar – versteckt im Heizungskeller. Als Gegenleistung soll er Faurecia bei der Vergabe von Aufträgen für die Innenausstattung von VW-Modellen bevorzugt haben. Faurecia ist mit elf Milliarden Euro Umsatz einer der größten Zulieferer der Autoindustrie. Einkaufsmanager weiterer Autokonzerne, die möglicherweise ebenfalls kassiert haben, müssen noch mit ihrer Enttarnung rechnen. Ein im Mai verhafteter Faurecia- Manager hat sich gegenüber den Ermittlern recht auskunftsfreudig gezeigt. Jahr für Jahr soll er einen beträchtlichen Teil der Schmiergelder von 600.000 bis 800.000 Euro weitergereicht haben, teilweise Bargeld im Briefumschlag, teilweise deklariert als außergewöhnliche Zahlung. Der Manager behauptete, er habe im Einverständnis mit der französischen Konzernzentrale gehandelt. Faurecia-Anwalt Hanns Feigen sagte dem SPIEGEL, das Unternehmen sei "an einer schnellen Aufklärung interessiert" und unterstütze die Ermittlungen "nach Kräften".