ARD und ZDF kritisieren geplante Satellitengebühr - DER SPIEGEL
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ARD und ZDF kritisieren geplante Satellitengebühr

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Die Verträge über die Einführung einer Satellitengebühr für einige Free-TV-Programme ab dem Jahr 2007 bringen nicht nur Medienpolitiker und Verbraucherschützer in Wallung - die massivsten Kritiker sitzen bei ARD und ZDF. "Das ist der direkte Weg ins totale Bezahlfernsehen", wettert der amtierende ARD-Vorsitzende Thomas Gruber über die Pläne, "die den politisch gewollten Umstieg in die digitale Welt blockieren statt fördern." Im Übrigen entstehe durch die direkte Adressierbarkeit die Gefahr, dass die Bürger für die beteiligten Medienkonzerne "zu gläsernen Kunden und Zuschauern" würden. SWR-Intendant Peter Voß appellierte an die Politik, nicht bloß "über diesen Zustand zu lamentieren", sondern sich dafür stark zu machen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hier ein wirksames Gegengewicht bleibe. "Die Politiker müssen verhindern, dass ARD und ZDF mit der Grundverschlüsselung ins Bezahlfernsehen weggesperrt werden", so Voß. Den vergangene Woche bekannt gewordenen Verträgen des führenden europäischen Satellitenbetreibers SES Astra mit der RTL Gruppe und MTV Networks zufolge, die dem Bundeskartellamt zur Prüfung vorliegen, würden die bislang über Astra digital frei empfangbaren "Free TV"-Sender künftig "grundverschlüsselt" ausgestrahlt. Die Digital-Sat-Zuschauer brauchen dann neben einem Decoder eine Smart-Card und sollen eine "Monatspauschale von bis zu 3,50 Euro" bezahlen. ZDF-Intendant Markus Schächter hatte seinen Fernsehrat intern vor den möglichen Folgen der Entwicklung gewarnt: Lizenzgeber von Sportrechten und Spielfilmen könnten künftig auch bei ARD und ZDF auf eine "gebietsweise eingeschränkte und damit verschlüsselte Ausstrahlung" drängen, heißt es in einem internen Papier. "In der Konsequenz könnte dies zu einem programmlich abgemagerten öffentlich-rechtlichen Rundfunk" führen, in dem "unverzichtbare Programmfarben wie Sport und Spielfilm weitgehend nicht mehr vorkommen".