Ex-Manager: Kölner Staatsanwaltschaft muss im Calmund-Verfahren nachermitteln - DER SPIEGEL
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Ex-Manager Kölner Staatsanwaltschaft muss im Calmund-Verfahren nachermitteln

Das Landgericht Köln hat die Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft und den Anwälten von Reiner Calmund im Ermittlungsverfahren wegen Untreue-Verdachts zurückgewiesen. Gegen den Leverkusener Ex-Manager muss nach Informationen des SPIEGEL nun nachermittelt werden.
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Im Juni hatte sich die Ermittlungsbehörde mit dem ehemaligen Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen verständigt, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 25.000 Euro einzustellen. Es ging um die Frage, wo 580.000 Euro geblieben waren, die der damalige Fußballboss im Juni 2003 aus der Kasse von Bayer genommen und in bar zunächst an den Spielervermittler Volker Graul ausgezahlt hatte – für vermeintliche Kaufoptionen des Clubs auf Profis vom Balkan, wie beide versicherten.

Die Erklärungen, für die sich in der Bayer-Buchhaltung keine Belege fanden (SPIEGEL 10/2006), reichten dem Landgericht nicht aus. "Offenbar gibt es da noch ein paar Fragen, die geklärt werden müssen", sagt Günther Feld, der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Volker Graul hatte bei seiner Vernehmung behauptet, dass Calmund und er sich am 17. Juni 2003 mit dem Spielervermittler Fali Ramadani und zwei Männern aus dem ehemaligen Jugoslawien in einem Restaurant in Hamburg getroffen und einen Teil der 580.000 Euro, nämlich 380.000, in bar an diese übergeben hätten. Graul sei damals eingeschüchtert und nervös gewesen, sagte Calmund.

Namen wollte der ehemalige Bayer-Manager gegenüber den Fahndern nicht nennen, da Graul sich persönlich gefährdet sähe. Graul selbst will von den beiden "Kroaten" nur die Vornamen gekannt haben: "Dino" und "Branko". Auch könne er sich nicht mehr erinnern, welchem der beiden er das Geld übergeben und welcher die Quittung unterschrieben habe. Während der ermittelnde Staatsanwalt sich mit dieser Version zufriedengab und nicht einmal Ramadani als Zeuge vernahm, verlangt das Kölner Gericht weitere Recherchen.

Nun müssen die Ermittler nachsitzen und herausfinden, wo die 580.000 Euro aus der Bayer-Kasse tatsächlich gelandet sind. Calmund-Anwalt Stefan Seitz erklärte, er sei über den "angeblichen Klärungsbedarf des Landgerichts nicht informiert".