Lufthansa plant Flottenerneuerung
Bei der Deutschen Lufthansa stehen wichtige Entscheidungen über den Kauf neuer Flugzeuge an, die Rückschlüsse auf die künftige Konzernstrategie, aber auch die Zukunft des Charter-Ablegers Condor erlauben. Auf seiner nächsten Sitzung Ende September soll der Aufsichtsrat ein ehrgeiziges Flottenexpansionsprogramm absegnen. Für den Langstreckenverkehr stehen als Nachfolger für den angejahrten Boeing-747-Jumbo weitere Exemplare des Airbus-Großraumjets A380 und der Kauf des Konkurrenzmodells 747-8 von Boeing zur Debatte. Das geht aus einer Information für die rund 4000 Konzernpiloten hervor. Parallel dazu wollen die Kontrolleure abstimmen, ob die Lufthansa die Boeing-Erfolgsmodelle 787 und 777 ordert oder Maschinen der runderneuerten Airbus-A350-Familie bestellt. Stockt die Lufthansa ihre Flotte vor allem mit diesen mittelgroßen Jets auf, wie von Konzernkennern erwartet, dürften Umsteige-Airports wie Frankfurt oder München wohl an Bedeutung verlieren, da solche Maschinen bevorzugt im Punkt-zu-Punkt-Verkehr operieren. Gleichzeitig steigen die Chancen von KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff, von der Lufthansa die gemeinsame Touristiktochter Thomas Cook inklusive der Condor zu übernehmen (SPIEGEL 35/2006). Deren Langstreckenjets vom Typ Boeing 767 und 757 gelten ohnehin als Auslaufmodelle und würden künftig noch weniger zum Lufthansa-Flottenmix passen. Auch für kürzere Strecken benötigt der Konzern die Condor nicht mehr, da diese Routen im In- und Ausland verstärkt vom eigenen Billiganbieter Germanwings bedient werden sollen.