EU-Kommission will Lieferketten in Europas Supermärkten terrorsicher machen
Ins Visier der Terrorfahnder geraten jetzt auch die Lieferketten in Europas Supermärkten. Ein Entwurf der EU-Kommission sieht vor, dass sich Hersteller, Weiterverarbeiter und Transporteure künftig als sogenannte sichere Unternehmen zertifizieren lassen sollen. Diese Woche trifft sich eine Arbeitsgruppe, um den Vorschlag zu beraten, am 12. Oktober sollen dann die EU-Verkehrsminister darüber befinden. Ausgangspunkt der Initiative ist eine Studie der Schiffsklassifikationsgesellschaft Det Norske Veritas. Die sollte für die EU-Kommission vergangenes Jahr eigentlich nur untersuchen, wie Häfen und gefährliche Güter zu schützen seien; daraus wurde dann ein Terrorabwehrpaket für die komplette Lieferkette. Wirtschaftsverbände befürchten nun hohe Kosten und Wettbewerbsnachteile, wenn für Tomatenpflücker und Ein-Euro-Jobber im Supermarkt Sicherheitsüberprüfungen fällig würden. "Alles Humbug", kritisiert etwa Tina Sommer von der Europäischen Allianz Kleiner Unternehmen das Vorhaben. "Mehr Sicherheit wird dies nicht bringen", meint auch Bertil Dahlin von der Internationalen Straßenverkehrsunion.