IBM will Bundesinnenministerium System für den "Gläsernen Passagier" verkaufen - DER SPIEGEL
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IBM will Bundesinnenministerium System für den "Gläsernen Passagier" verkaufen

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Ein umfassendes System zur Überwachung von Reisenden aus dem Ausland hat der Computer-Konzern IBM der Bundesregierung und ihren Partnern in der EU angeboten. Die Software leitet bereits beim Kauf eines Flugtickets, einer Schiffspassage oder Bahnfahrkarte im Ausland persönliche Daten sofort an die Zielländer weiter, wo sie mit Warnlisten oder Bewegungsdateien von Einreisebehörden, Polizei und Geheimdiensten abgeglichen werden. "Warum die Nadeln im Heuhaufen erst an der Grenze suchen, wenn man den Heuhaufen vorher intensiver durchforschen kann?", wirbt IBM für sein Konzept der "Grenzkontrolle vor dem Startpunkt" einer Reise. Auf diese Weise ließen sich unverdächtige Passagiere schneller abfertigen, während bei "besonderen Reisenden" eine "vertiefte Intervention" ermöglicht werde. Einen ersten Auftrag zur vernetzten Passagier-Kontrolle hat das Unternehmen, das Sicherheits- Behörden zahlreicher Staaten, darunter auch China, beliefert, schon erhalten: Unter dem Codenamen "Semaphore" (etwa: "Winksignal") gleicht Großbritannien mit IBM-Hilfe nach amerikanischem Vorbild eine Reihe personenbezogener Daten ab, die von den Airlines etwa bei Flügen aus Iran, Thailand oder Pakistan eingefordert werden. Das Bundesinnenministerium verfolgt das "innovative Projekt zur Grenzsicherung" der Briten bereits "mit großem Interesse".