Erstes Interview mit freigelassenem Terrorverdächtigen
Der als möglicher Komplize der mutmaßlichen Kölner Kofferbomber vorübergehend verhaftete Fadi al-Saleh hat sich in einem Interview mit dem SPIEGEL zum ersten Mal zu den Vorwürfen der Bundesanwaltschaft geäußert. Zu der Aussage des im Libanon inhaftierten Dschihad Hamad, der ihn der Mitwisserschaft beschuldigt hatte, sagte Saleh: "Er sagt die Unwahrheit. Vielleicht wurde Druck auf ihn ausgeübt". Seine eigene Verhaftung beruhe auf einem "Missverständnis". Saleh beschreibt im SPIEGEL auch seine Freundschaft zu Youssef al-Hajdib, dem zweiten festgenommenen mutmaßlichen Kofferbomber: "Er war fromm, aber er wirkte nie radikal." Hajdib habe seine Discobesuche und seinen Alkoholgenuss toleriert. Der gebürtige Syrer räumte ein, dass er Deutschland schon einmal habe verlassen müssen, nachdem er sich mit einem Marokkaner eine Prügelei geliefert hatte. Nun hoffe er, dass die aktuellen Ermittlungen gegen ihn schnell eingestellt werden.