Vertraute von Bafin-Chef Sanio unter Verdacht
Bis ins Umfeld von Behördenchef Jochen Sanio reicht die Korruptionsaffäre in der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Staatsanwaltschaft hat vor einigen Wochen das Büro einer engen Vertrauten Sanios durchsucht. Claudia E. wird verdächtigt, den Hauptbeschuldigten Mike R. vor einer Prüfung des Bundesrechnungshofs gewarnt zu haben. Zudem bestehe der Verdacht der "Verleitung eines Untergebenen zu einer Straftat", heißt es in einem Brief des Finanzministeriums an die Verwaltungsräte der Behörde. Der 52-jährige R. hat die Veruntreuung mehrerer Millionen Euro bereits gestanden. E. war Sanios persönliche Referentin, später seine Büroleiterin. Inzwischen leitet sie eine Ende 2005 gegründete und Sanio unterstellte Abteilung, der auch die Innenrevision zugeschlagen wurde was in einem Bericht über die organisatorischen Mängel in der Behörde heftig kritisiert wird, weil dadurch "potentielle Interessenkonflikte" mit Vorgesetzten entstanden seien. Nur durch dieses zusätzliche Referat, so berichten Verwaltungsräte, sei Frau E. in eine höhere Gehaltsgruppe gerutscht. Die BaFin aber macht organisatorische Gründe für den "lange geplanten" Neuzuschnitt geltend. E. wollte sich am Freitag nicht zu den Vorwürfen äußern.