Ministeraustausch soll Koalitionsklima verbessern - DER SPIEGEL
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Ministeraustausch soll Koalitionsklima verbessern

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Um das Klima in der Großen Koalition zu verbessern und die Beißhemmungen zu vergrößern, haben sich die Fraktionsspitzen von SPD und Union zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Ab dieser Woche sollen die Minister der Schwarzen an den Fraktionsvorstandssitzungen der Roten teilnehmen – und umgekehrt. Zum Auftakt wird sich SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering am Montag dem Unions- Fraktionsvorstand stellen. Der Vizekanzler will über die Pläne seines Hauses zur Reform der Rente und des Arbeitsmarktes berichten. Im Gegenzug wird CDU-Kanzleramtschef Thomas de Maizière im Führungsgremium der SPD-Fraktion Rede und Antwort stehen. Nach und nach sollen so alle Kabinettsmitglieder durch die Reihen des anderen Lagers geschleust werden. Die unkonventionelle Aktion ist eine Idee von Unionsfraktionschef Volker Kauder und seinem SPD-Gegenspieler Peter Struck, die sich um den Zusammenhalt der Koalition um Kanzlerin Angela Merkel sorgen. Der Ministertausch ist nicht ohne Risiko: Im Jahr 1985 lud der damalige Kanzler Helmut Kohl den FDP-Vorsitzenden Martin Bangemann zum CDU-Parteitag in die Essener Gruga-Halle ein. Vielen Delegierten ging die Geste an den Koalitionspartner damals deutlich zu weit.