IG-Metall-Chef Peters greift Ex-Kanzler an: "Schröder liegt daneben" - DER SPIEGEL
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IG-Metall-Chef Peters greift Ex-Kanzler an: "Schröder liegt daneben"

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Der Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, widerspricht den Vorwürfen des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, seinen Sturz betrieben zu haben. "Die Agenda 2010 war schlicht nicht mehrheitsfähig. Er tut jetzt so, als sei das eine Sache zwischen ihm und mir gewesen", sagte Peters in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Peters wirft Schröder vor, historische Daten durcheinander zu bringen. "Zum Beispiel bin ich erst im Sommer 2003 zum IG-Metall-Vorsitzenden gewählt geworden." Die Auseinandersetzungen über die Agenda 2010 hätten sich aber bereits im März aufgebaut. "Es war auch nicht ich, der die Gespräche im SPD-Gewerkschaftsrat abgebrochen hat, sondern mein Vorgänger Klaus Zwickel", so Peters. Weder die IG Metall noch er persönlich hätten ein Interesse daran gehabt, Schröder als Kanzler zu entmachten. "Schröder liegt daneben. Welchen Vorteil hätten wir gehabt. Schwarz-Gelb etwa? Insofern enttäuscht es mich schon, dass uns Schröder so wenig strategisches Denken zutraut", sagte Peters. Entgegen den Äußerungen des Ex-Kanzlers habe die IG-Metall Schröder stets unterstützt, selbst während der umstrittenen Reformpolitik. "Schröder hat damals die Tarifautonomie infrage gestellt, um seine Hartz-Gesetze bei der Union durchzubekommen – obwohl er wusste, dass er das weder in der eigenen Fraktion noch in der Bevölkerung mehrheitsfähig durchsetzen konnte", sagte Peters. "Wir haben – seinem Wunsch folgend – die Arbeitgeber überzeugen können, die Tarifautonomie als gemeinsame Grundlage fort zu entwickeln, aber keine betrieblichen Bündnisse für Arbeit per Gesetz anzustreben. Der Union fehlte damit die Munition. So haben wir Schröder von dem Druck befreit, den er sich selbst gemacht hat." Die Politik der rot-grünen Regierung hält Peters dennoch für gescheitert. "Über vier Millionen Arbeitslose ist doch eine verheerende Zahl. Wir beobachten vielmehr, dass sich die Arbeitslosigkeit verfestigt", so Peters. Die Problemgruppen am Arbeitsmarkt sollten in einen öffentlich finanzierten Beschäftigungssektor überführt werden. "Es können zum Beispiel Kindertagesstätten gebaut und Betreuer beschäftigt werden. Man kann Nachhilfeunterricht für Schüler organisieren oder Schulen sanieren. In der Infrastruktur gibt es genügend zu tun." Peters spricht sich dafür aus, die erwarteten Steuermehreinnahmen dafür zu verwenden. "Jedenfalls ein Teil davon. Das kann ich mir durchaus vorstellen."