Staatsanwälte ermitteln gegen über 500 Ärzte wegen Betrugsverdachts - DER SPIEGEL
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Staatsanwälte ermitteln gegen über 500 Ärzte wegen Betrugsverdachts

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Einem neuen umfangreichen Abrechnungsskandal im Gesundheitswesen ist die Staatsanwaltschaft Koblenz auf der Spur. Wegen des Verdachts der Untreue beziehungsweise des Betrugs haben Ermittler Strafverfahren gegen Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter des Westerwälder Medizinprodukteherstellers Lohmann& Rauscher International eingeleitet. Die Verdächtigen sollen im großen Stil sogenannte Kit-Packs an Ärzte und Zwischenhändler geliefert haben, die Sprechstundenund Praxisbedarf enthielten. Während allerdings der Sprechstundenbedarf – wie Verbände – über die Krankenkassen abgerechnet wird, müssen Ärzte den Praxisbedarf – etwa Kittel und sterile Abdecktücher – selbst bezahlen. Tatsächlich aber sei der Praxisbedarf verbilligt abgegeben und über den Sprechstundenbedarf zu Lasten der Krankenkassen subventioniert worden, so der Verdacht der Fahnder. Von der illegalen Methode sollen 527 Ärzte im gesamten Bundesgebiet profitiert haben, gegen die nun ebenfalls ermittelt wird. Der Schaden beträgt nach Schätzung der Staatsanwaltschaft rund 15 Millionen Euro. Die Firma möchte sich wegen der laufenden Ermittlungen zu den Vorwürfen nicht äußern.