Geheimdienstkenner erhebt schwere Vorwürfe gegen BND-Chef Uhrlau - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Geheimdienstkenner erhebt schwere Vorwürfe gegen BND-Chef Uhrlau

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gravierende Vorwürfe gegen den heutigen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) erhebt der Publizist Erich Schmidt-Eenboom. Ernst Uhrlau habe als Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt den syrischen Geheimdienstgeneral Assif al-Schaukat bei einem Berlin-Besuch im Juli 2002 darüber informiert, dass deutsche Behörden illegalen syrischen Aktivitäten bei einer norddeutschen Firma nachgehen würden. Durch den frühen Hinweis sei ein zeitgleich beim Generalbundesanwalt anhängiges Ermittlungsverfahren behindert worden, weil die Syrer dadurch Gelegenheit gehabt hätten, belastendes Material zu beseitigen. Eine im September 2002 erfolgte Durchsuchung der Firma "musste so ins Leere gehen", so Schmidt-Eenboom in seinem neuen Buch ("BND. Der deutsche Geheimdienst im Nahen Osten"). Tatsächlich stellte der Generalbundesanwalt das Verfahren später ein. Bei dem Besuch im Kanzleramt hatte Uhrlau den Syrern "stille Lösungen" bei problematischen Fällen etwa im Spionagebereich offeriert. Zu Schmidt-Eenbooms Vorhaltungen wollte sich Uhrlau nicht äußern.