Missionars-Rabatt verhalf Bundeswehr-Soldaten zu Billigflügen - DER SPIEGEL
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Missionars-Rabatt verhalf Bundeswehr-Soldaten zu Billigflügen

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Ausgelöst durch die Betrugsanzeige eines Soldaten, der sich nicht als Priester ausgeben wollte, hat die Bonner Staatsanwaltschaft einen bizarren Schwindel mit Billigtickets aufgedeckt. Militärs und andere Fluggäste wurden demnach von rheinischen Reisebüros schlicht zu "Missionaren" ernannt, um für kostspielige Fernflüge Sondertarife der Gesellschaft Air France zu ergattern. Die Reisekaufleute hatten dazu eigens eine "Deutsche Gesellschaft für Übersee-Kontakte" gegründet, die Fluggästen bescheinigte, dass sie "auf dem Gebiet der Mission unter afrikanischen Mitbürgern in Deutschland und im Ausland" tätig seien. So waren die formalen Rabatt- Kriterien von Air France erfüllt. Auch die für Soldaten-Reisen zuständige Truppenverwaltung in Bonn kaufte Billig-Tickets zum "Missionarstarif", rechnete jedoch nicht mit der Korrektheit eines Offiziers, der nach seinem Diensttrip Strafanzeige erstattete. Die Ermittler stellten das Betrugsverfahren gegen einen Reisebüro-Inhaber und einen Angehörigen der Wehrverwaltung gleichwohl ein – "nicht zuletzt, weil die Taten seitens der Air France sehr einfach gemacht wurden". Dem Verwaltungsmitarbeiter sei zudem "zugutezuhalten", dass er "vorrangig aus dem Motiv sparsamer Haushaltsführung gehandelt haben dürfte".