Neues Partei-Logo der Grünen verursacht Ärger
Der Entwurf eines neuen Partei-Logos erregt bei den Bündnisgrünen die Gemüter - vor allem in den ostdeutschen Landesverbänden. Das neue Signet, das diese Woche auf dem Bundesparteitag in Köln vorgestellt werden soll, zeigt den Schriftzug "Bündnis 90" nicht mehr wie bislang in derselben Schriftgröße wie den Namensteil "Die Grünen", sondern deutlich kleiner. Bündnispolitiker aus den neuen Ländern sprechen deshalb von der "schleichenden Abwicklung" des ostdeutschen Erbes der Partei. Die war 1993 aus der Fusion von West-Grünen mit dem aus der DDRBürgerrechtsbewegung hervorgegangenen Bündnis 90 entstanden. Für Heiterkeit sorgt in den Landesverbänden der 37-seitige Leitfaden, der - vertraulich versandt - den Umgang mit dem neuen Logo erklären soll. Das sei, heißt es da, "aufgeräumt, dynamisch, individuell, natürlich, organisch, ausführlich". Die Sonnenblume sei "durch die radikale Vereinfachung expressionistisch", der blaue Balken "ein geschichtliches Fundament". Das Hintergrund-Grün gebe dem Ganzen eine "gefühlte Tiefe". Für alle, denen die Phantasie für solche Interpretationen abgeht, hält die Anleitung Trost parat: "Du musst in diesem Leitfaden nicht alles verstehen."