Prominente protestieren gegen Buchverbot - DER SPIEGEL
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Prominente protestieren gegen Buchverbot

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Mehrere Dutzend Prominente, darunter der Liedermacher Wolf Biermann, die Schriftsteller Ralph Giordano, Walter Kempowski und Erich Loest sowie der Regisseur Heinrich Breloer, wenden sich in einem Aufruf gegen das Verbot des Buches "Deutsche Gerechtigkeit" des Autors Roman Grafe. Auf Antrag eines früheren Politoffiziers der DDR-Grenztruppen hatte das Landgericht Berlin dem Siedler-Verlag die Verbreitung des Werkes (Untertitel: "Prozesse gegen DDR-Grenzschützer und ihre Befehlsgeber") im Februar untersagt. Auch gegen Veröffentlichungen zu seinem Fall in der "Süddeutschen Zeitung" und anderen Blättern ging er juristisch vor. Bei Lesern, so die Begründung des Gerichts, könne "der falsche Eindruck erweckt" werden, Ex-Offizier H., der heute eine herausgehobene Position bei der Bundespolizei hat, sei für den Tod des DDR-Bürgers Chris Gueffroy mitverantwortlich. Der 20-Jährige war am 5. Februar 1989 im Mauerabschnitt des Grenzregiments, in dem H. damals als sogenannter Jugendinstrukteur wirkte, erschossen worden. "Moralische Mitschuld darf nicht mehr benannt werden", kritisiert der von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte veröffentlichte Aufruf. "Die ideologischen Scharfmacher und ihre im vereinten Deutschland fortgesetzten Karrieren stehen außerhalb jeder Kritik." Unterschrieben haben auch hochkarätige Juristen, darunter die Vorsitzenden Richter des Honecker-, des Grenztruppen- und des Gueffroy-Prozesses sowie der Ex-Leiter der Ermittlungsbehörde zur Verfolgung von SED-Unrecht, Generalstaatsanwalt a. D. Christoph Schaefgen. Über die Berufung will das Kammergericht Berlin Anfang 2007 entscheiden.