Optiker-Branche streitet um Brillen aus China
Optiker laufen Sturm gegen ein neues Brillenangebot der Drogeriekette Schlecker. Komplette Korrekturbrillen im Designerlook werden dort neuerdings für nur 99 Euro verkauft, individuell angefertigt von der kleinen Straubinger Firma Optikmum. Um die neue Konkurrenz madig zu machen, zog das Branchenblatt "markt intern" sogar das renommierte Sachverständigenbüro Stade zu Rate und das kam prompt zu beunruhigenden Ergebnissen: Die mechanische Stabilität der in China gefertigten Fassungen genüge nicht den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes. Durch die Verwendung von Nickel und anderen "allergieauslösenden Substanzen" könnten die Brillen sogar "zu einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit und Sicherheit der Brillenträger führen", heißt es in dem Prüfbericht. Optikmum will nun beim TÜV Bayern ein eigenes Gutachten anfertigen lassen. Sollten dort die Ergebnisse des Stade-Berichts bestätigt werden, hätte die ganze Branche ein Problem. Denn die chinesische Fabrik Wenzhou, bei der die umstrittenen Fassungen hergestellt werden, liefert nach Angaben von Optikmum "Produkte in vergleichbarer Qualität und Ausstattung an eine Vielzahl weiterer Optiker in Deutschland" darunter laut Optikmum auch an Branchenführer Fielmann.