Bundesregierung dämpft Hoffnungen auf Hedgefonds- Initiative - DER SPIEGEL
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Bundesregierung dämpft Hoffnungen auf Hedgefonds- Initiative

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der Bundesregierung wachsen die Zweifel, ob die für die deutsche G8-Präsidentschaft geplante Initiative zur besseren Aufsicht über Hedgefonds Erfolg haben wird. "Da wird es größte Schwierigkeiten geben, mit Briten und Amerikanern zu einer Einigung zu kommen", glaubt ein Spitzenbeamter, der mit der Vorbereitung der Gespräche im Rahmen des Industrieländer-Treffens befasst ist. Zu einer Vereinbarung während des deutschen G8-Vorsitzes werde es wohl gar nicht kommen. "Wir haben schon viel erreicht, wenn eine der nachfolgenden Präsidentschaften das Thema weiter verfolgt", meint der Regierungsmann. Ohnehin sind die Ziele der Deutschen nicht hochgesteckt. Sie streben keine zusätzlichen Regulierungsmaßnahmen an. Ihnen liege daran, mehr Transparenz in die umstrittene Finanzbranche zu bringen, beteuerten deutsche Regierungsvertreter in ersten Gesprächen mit den Angelsachsen. "Weil verpflichtende Maßnahmen nicht vorgesehen sind, läuft das im Grunde auf eine Selbstverpflichtung der Branche hinaus", sagt ein deutscher Spitzenbeamter. Zwar haben Briten und Amerikaner, in deren Ländern die meisten der weltweit rund 9000 Hedgefonds ansässig sind, Bereitschaft signalisiert, das Wirken der hochriskanten Anlagegesellschaften zu thematisieren. Doch die Interessen sind unterschiedlich gewichtet: Während die Bundesregierung befürchtet, im Falle von Hedgefonds-Pleiten könne es zu einer Weltwirtschaftskrise kommen, macht sich die US-Regierung Sorgen über die Stabilität der Alterssicherung. Grund: Viele amerikanische Pensionskassen vertrauen ihr Geld mittlerweile Hedgefonds an.