AOK-Landesverbände ohne Fusion kaum noch lebensfähig
Karl Lauterbach, Ex-Berater von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), fordert die Fusion aller 16 AOK-Landesverbände zu einem Bundesverband. Damit will der Gesundheitsökonom den drohenden Anstieg der Krankenkassen-Beiträge aufhalten. Viele AOK-Landesverbände gehören schon heute zu den teuersten Krankenversicherungen Deutschlands, mit Beiträgen von bis zu 16,7 Prozent. Und sie würden, prognostiziert Lauterbach, noch teurer werden müssen, weil viele Landesverbände sich mit Billigung der jeweiligen Landesregierungen hochverschuldet und keine Altersrückstellungen gebildet hätten. "Die AOK von Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland", so Lauterbach, seien ohne Erhöhung der Beiträge oder Reduzierung der Leistungen "möglicherweise demnächst nicht mehr lebensfähig". Eine Fusion in der Not hingegen würde Kosten sparen, auch könne ein Bundesverband besser mit Kliniken und Ärzten verhandeln.