Wirtschaftsweiser Rürup warnt vor zu hohen Tarifabschlüssen
Der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Bert Rürup, warnt die Tarifvertragsparteien vor zu hohen Lohnabschlüssen. Angesichts der bevorstehenden Lohnrunden in zahlreichen Branchen sagte Rürup gegenüber dem Nachrichten- Magazin DER SPIEGEL: "Wenn man in der Summe der Abschlüsse über den beschäftigungsneutralen Verteilungsspielraum von derzeit etwa drei Prozent hinausgeht, dämpft das die Konjunktur und den Beschäftigungsaufbau." Gewerkschaften einzelner Branchen haben bereits Forderungen jenseits der sechs Prozent formuliert. Zwar zeigt Rürup "volles Verständnis dafür", dass die Beschäftigten angesichts der guten Ertragslage vieler Unternehmen jetzt mehr Geld wollen. Doch das solle möglichst mit "durchaus satten Einmalzahlungen" oder "befristeten ertragsabhängigen Zuschlägen" geregelt werden. Gleichwohl erwartet der Ökonom zumindest in der Metallindustrie einen hohen Lohnzuwachs: "Ich schließe nicht aus, dass in der Metallbranche eine rechnerische Vier vor dem Komma stehen wird." Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, erteilt einem derart hohen Abschluss im SPIEGEL eine Absage: "Wir hatten im vergangenen Jahr bereits einen hervorragenden Abschluss", sagte Kannegiesser. Damals einigten sich IG Metall und Gesamtmetall auf drei Prozent mehr Lohn. "Mit jedem Ergebnis, das das letzte übertrifft, erweisen wir uns einen Bärendienst", so Kannegiesser.