Untreue-Verfahren gegen Reiner Calmund eingestellt - DER SPIEGEL
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Untreue-Verfahren gegen Reiner Calmund eingestellt

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Das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen Reiner Calmund, den früheren Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, wird gegen Zahlung einer Geldbuße von 30 000 Euro endgültig eingestellt – obwohl die Kölner Staatsanwaltschaft einen wichtigen Zeugen nicht vernommen hat. Ein zweiter Zeuge ist tot. In dem Verfahren ging es um den Verbleib von 580 000 Euro aus der Clubkasse, die Calmund im Juni 2003 zunächst an den Spieleragenten Volker Graul ausgezahlt hatte – für Kaufoptionen des Vereins auf Profis vom Balkan, wie beide versichern. Dubios: Graul sagte bei seiner Vernehmung, dass Calmund und er sich im Beisein des Spielervermittlers Fali Ramadani im Juni 2003 in einem Hamburger Restaurant mit zwei Männern aus Ex-Jugoslawien getroffen hätten. Dort sei ein Teil der Summe, nämlich 380 000 Euro, in bar an die beiden übergeben worden. Graul will nur deren Vornamen "Dino" und "Branko" gekannt haben; Calmund selbst mochte den Fahndern keine Namen nennen. Das tat erst Monate später Ramadani bei seiner Vernehmung: Dino Pokrovac und Branko Milju?. Pokrovac kann sich zu der angeblichen Geldübergabe nicht mehr äußern: Der Spielervermittler aus Zagreb war im Juni 2005 vor seinem Haus erschossen worden, die Hintergründe sind ungeklärt. Für Milju? ist die Behauptung, er sei einer der Empfänger der 380 000 Euro, eine "Erfindung". Eigenartigerweise hat die Kölner Staatsanwaltschaft den ehemaligen jugoslawischen Nationalspieler, der in Split und Belgrad lebt und der im Dezember für einige Tage in Deutschland war, nicht befragt. Wo das Geld geblieben ist, wird jetzt wohl im Dunkeln bleiben.