Staatsanwälte ermitteln im Rotlichtmilieu gegen GEZMitarbeiter
Nach Bestechungsvorwürfen gegen Mitarbeiter der Gebühreneinzugs-zentrale (GEZ) in Köln müssen die Ermittler pikante Nachforschungen anstellen. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal prüft derzeit Spesenbelege, die bei der Wuppertaler Computerfirma Comparex West, einem langjährigen GEZ-Lieferanten, abgerechnet wurden. Danach sollen auch GEZ-Mitarbeiter im Februar 2003 und 2005 im Kölner Rotlichtclub "Kokett" zu Vergnügungen in größerer Runde eingeladen worden sein bis zu 13 Namen stehen auf den Belegen. GEZ-Geschäftsführer Hans Buchholz, der dabei gewesen sein soll, dementierte die Besuche als "frei erfunden". Die Ermittlungen konzentrieren sich jetzt auf einen 49-jährigen GEZ-Einkäufer, der seit 2002 32 Einladungen angenommen haben soll, unter anderem zu einer weiteren Privatfeier im "Kokett" für 1684 Euro. Die Staatsanwälte prüfen deshalb wegen Bestechungsverdachts Verträge mit der Computerfirma, etwa einen von Anfang 2006 über die Lieferung von Großrechnern für vier Millionen Euro. Dabei soll es sich um Folgeaufträge aus dem EDV-Großprojekt "DV 2005" handeln. Damals hatte der Landesrechnungshof die GEZ für regelwidrige Auftragsvergaben gerügt (SPIEGEL 10/05).