Bahn klagt gegen Star-Architekten von Gerkan
Im Streit zwischen der Deutschen Bahn und dem Architekten des neuen Berliner Hauptbahnhofs, Meinhard von Gerkan und seiner Firma gmp, geht es in die nächste Runde. Am Mittwoch vergangener Woche reichte die Bahn vor der 27. Zivilkammer des Landgerichts Berlin eine Unterlassungsklage gegen den Hamburger ein. Hintergrund der Auseinandersetzung: Als das Sturmtief "Kyrill" Mitte Januar über Deutschland hinwegfegte, hatte sich ein Querträger aus Stahl von der Fassade des erst im Mai vergangenen Jahres eingeweihten Milliardenbaus gelöst und war zu Boden gestürzt. Gerkan hatte daraufhin gegenüber Medien und dem Verkehrsausschuss dem Schienenkonzern eine Mitschuld an dem Vorfall gegeben. Laut Gerkan hatte er bei seiner Planung "Haltevorrichtungen" für die Querträger vorgesehen, die von der Bahn im Zuge der Bauarbeiten weggelassen worden seien. Das bestreitet die Bahn nun in ihrer 14-seitigen Klage und will Gerkan weitere Äußerungen diesbezüglich bei Strafe verbieten lassen. Laut Bahn hatten angebliche Haltevorkehrungen lediglich "dekorative bzw. gestalterische Funktion". Auch habe Gerkan das Weglassen der sogenannten Ohrenbleche während des Baus nie geprüft oder angemahnt. Die von Gerkan vorgesehenen Bleche hätten einem Sturm wie "Kyrill" ohnehin nicht standgehalten, heißt es in dem Papier. Außerdem stellen die Bahn-Juristen klar, dass man die angeblichen Halterungen nicht aus Kostengründen weggelassen habe, sondern um im Winter das Entstehen von möglicherweise gefährlichen Eiszapfen zu verhindern.