Bundesregierung düpiert irakischen Geheim-Vermittler
Die Bundesregierung düpiert den irakischen Geschäftsmann Abd al-Halim Hidschadsch, der bei der Befreiung deutscher Geiseln im Irak eine entscheidende Rolle gespielt hat. Der Mann hatte der Bundesrepublik schon bei der Auslösung der Archäologin Susanne Osthoff geholfen. Im März vergangenen Jahres wurde er dann von der deutschen Botschaft in Bagdad gebeten, Kontakt zu den Entführern der sächsischen Techniker Thomas Nitzschke und René Bräunlich herzustellen, die im Januar im irakischen Bürgerkriegsgebiet gekidnappt worden waren. Er schaffte das und hatte schließlich auch einen wesentlichen Anteil an der Freilassung der Geiseln im Mai vorigen Jahres und übergab den Entführern das Lösegeld, mehrere Millionen Dollar. Zwei Monate später wurde der Vermittler selbst entführt von einer der Gruppen, die schon an der Geiselnahme der sächsischen Techniker beteiligt waren. Hidschadschs Frau konnte 150 000 Dollar Lösegeld auftreiben, er flüchtete anschließend aus dem Irak. Die Bemühungen des ehemaligen deutschen Botschafters im Irak, Bernd Erbel, Hidschadsch finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen, scheiterten bisher. Die Bundesregierung sieht sich außer Stande, ihrem Helfer zu helfen: Weder gebe es entsprechende Posten im Haushalt noch Abrechnungsmöglichkeiten.