VW-Chef wehrt sich gegen den Bundespräsidenten - DER SPIEGEL
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VW-Chef wehrt sich gegen den Bundespräsidenten

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VW-Chef Martin Winterkorn wehrt sich gegen Vorwürfe des Bundespräsidenten Horst Köhler gegen die deutsche Autoindustrie. "Politiker kritisieren gern andere. Für uns verbietet es sich aber meist, mit gleicher Schärfe zurückzuschießen", sagt Winterkorn in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. "Denn Politiker zählen zu unseren besten Kunden. Und sie fahren in der Regel nicht die verbrauchsgünstigsten Modelle." Köhler hatte gesagt, die deutsche Autoindustrie habe "mit Blick auf die ökologische Entwicklung kein Ruhmesblatt" verdient. Scharfe Vorwürfe richtet Winterkorn auch an die EU-Kommission. "Die Europäische Kommission war drauf und dran, die Zukunft einer ganzen Industrie zu gefährden." Wenn sich deren ursprüngliche Pläne durchgesetzt hätten und der Durchschnittsausstoß von Kohlendioxid ab 2012 bei 120 Gramm liegen würde, "dann gäbe es bald keine großen Autos mehr, keinen Audi A8, keine S-Klasse von Mercedes-Benz und keinen 7er von BMW", sagt Winterkorn. Profitieren würden die Produzenten aus Italien und Frankreich, die fast nur noch Kleinwagen anbieten. "Da betrieben einige knallharte Industriepolitik zu Lasten Deutschlands." Winterkorn nannte im SPIEGEL-Gespräch Details eines geplanten neuen kleinen Volkswagens. Der VW-Konzern will ihn entgegen Plänen des ausgeschiedenen Markenvorstands Wolfgang Bernhard, der eine Kooperation mit Fiat und Ford anstrebte, nun doch allein entwickeln. Der VW-Chef sagt: "Dieser Kleinwagen soll eine Grundsatzfrage beantworten: Wie wollen wir uns als Mobilitätskonzern der Zukunft aufstellen? Das machen wir, bitte schön, allein." Der kleine Volkswagen soll sparsam sein, alltagstauglich und bezahlbar. In Ländern wie Russland, Indien oder China gebe es eine starke Nachfrage nach einem solchen Auto für 5000 oder 6000 Euro. Das Fahrzeug solle auch mit kleineren Motoren auskommen. "Vorstellbar sind Zweizylinder-Motoren mit Aufladung", sagt der VW-Chef. Winterkorn hat außerdem entschieden, dass die Tochter Seat entgegen den Forderungen einiger Manager nicht verkauft wird. Er lässt zwei zusätzliche Modelle für die spanische Marke entwickeln.