Neue Indizien für Marktmacht der Stromkonzerne
Neue Indizien für den Missbrauch von Marktmacht an der Strombörse: Anonym verschickte, streng geheime Handelsdaten der Strombörse EEX zeigen, dass die großen Energiekonzerne die Preise an der Strombörse hochtreiben können. Aus den Daten die laut der Strafanzeige der EEX wegen des Verrats von Betriebsgeheimnissen echt sind geht hervor, dass allein RWE 2006 für fast 28 Prozent des gesamten Nettostromeinkaufes verantwortlich ist. Der anonyme Verfasser der E-Mail vermutet, dass der Konzern so den Preis in die Höhe getrieben hat um dann im Telefonhandel viel größere Volumina zu dem künstlich angehobenen Preis zu verkaufen.
RWE wollte die Daten gegenüber dem SPIEGEL nicht kommentieren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Strompreis an der EEX aufgrund der Marktmacht der Konzerne um bis zu 30 Prozent überteuert ist. Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Dietrich Austermann fordert deshalb, um die Marktmacht der Konzerne zu brechen, eine "Strafsteuer für Preistreiber". "Wer den Strom aus einem abgeschriebenen Atomkraftwerk zu 17 Euro anbietet", so Austermann, aufgrund des Preisfindungsmechanismus der Strombörse "jedoch 50 Euro kassiert, kann die Hälfte dieses Gewinnes problemlos an den Fiskus abführen." Einen entsprechenden Gesetzesentwurf will der Politiker noch in diesem Jahr im Bundesrat einbringen. Mit den Mehreinnahmen in Milliardenhöhe will Austermann die Stromsteuer senken.