Isaf-Kommandeur brüskiert Nato und Bundesregierung
Die Bundesregierung und der Brüsseler Nato-Rat sind unzufrieden mit dem neuen Kommandeur der Isaf-Truppen in Afghanistan, dem US-General Dan McNeill. Grund für den Unmut sind Eigenmächtigkeiten und deftige Wortwahl des Offiziers. So hatte der Amerikaner am Dienstag vorvergangener Woche im Süden Afghanistans mit 4500 Soldaten die Operation "Achilles" gestartet ohne die Brüsseler Nato-Zentrale und die Verbündeten zu informieren. McNeill sei eigenmächtig vorgeprescht, erregten sich mehrere Botschafter und Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. Allzu forsch habe McNeill zudem die eigentlich nur zum Schutz eines Staudamms geplante Aktion zur "Frühjahrsoffensive" erklärt. Befremden in Berlin erregten vor allem Berichte, der US-General halte wenig vom "vernetzten Ansatz" ziviler und militärischer Aufbauhilfe, den Deutschland und viele andere Partner propagieren. Der Nato-Oberbefehlshaber für Europa und Afghanistan, der amerikanische General John Craddock, habe mittlerweile Bedauern über das Verhalten seines Kameraden bekundet, hieß es in Brüssel.