Mehr Sold für Wehrpflichtige
Rekruten der Bundeswehr und Zivildienstleistende können im kommenden Jahr mit einer Erhöhung ihres kargen Solds rechnen. Im Bundestag formiert sich eine breite Front zu ihren Gunsten. So plädierten die Wehrpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion bei einer Klausur in der vergangenen Woche für eine "signifikante" Steigerung des Solds, der jetzt im Schnitt etwa 240 Euro pro Monat beträgt. Auch der Bundestags-Wehrbeauftragte Reinhold Robbe sowie Fachpolitiker der Union und FDP unterstützten eine Petition, für die zwei im Bundeswehrverband engagierte Reservisten schon 23.000 Unterschriften gesammelt haben. Selbst Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), dessen Ressort Rufe nach mehr Sold bislang damit abwimmelte, im Verteidigungshaushalt von gegenwärtig rund 28,4 Milliarden Euro fehle das nötige Geld, will sich nun für eine Solderhöhung einsetzen. Die Soldaten rügen, dass die letzte Steigerung schon acht Jahre zurückliege, und fordern zwei Euro pro Tag mehr. Robbe und die Sozialdemokraten halten einen Euro für realistisch. Während etwa Bauhilfsarbeiter Anspruch auf einen Mindestlohn von 10,30 Euro pro Stunde haben, erhalten Rekruten und Zivis im Schnitt etwa 8 Euro - pro Tag. Im Wehretat schlüge ein Anstieg um einen Euro mit rund 23 Millionen Euro jährlich zu Buche. Demgegenüber kostet allein der geplante Afghanistan-Einsatz von sechs "Tornado"- Jets etwa 70 Millionen Euro im Jahr.