Iran-Beteiligung Empörung über Uran-Deal mit Frankreich
Iran profitiert als Anteilseigner der französischen Firma Eurodif direkt von der Urananreicherung in Europa. Die bislang teilweise geheim gehaltenen Verträge und Absprachen zwischen Iran und Frankreich werden nach Informationen des SPIEGEL in einer neuen Studie im Auftrag der Europäischen Grünen offengelegt.
Bereits 1974 hatte das nahöstliche Land über eine Milliarde Dollar in die gemeinsame Urananreicherungsfirma Sofidif investiert. Als Gegenleistung wurde die Lieferung von zehn Prozent des angereicherten Urans für den Betrieb von Kernkraftwerken vereinbart.
Ein Jahr später erwarb das Unternehmen Anteile an der Firma Eurodif, die eine große Urananreicherungsanlage im südfranzösischen Pierrelatte betreibt. Als Geschäftszweck wird aktuell angegeben an "Studien und Umsetzungen der Urananreicherung zu partizipieren, die auf der französischen Gas-Diffusionstechnik beruhen".
Die staatliche Atomenergie-Organisation, die vom iranischen Vizepräsidenten Gholamresa Aghasade geführt wird, zieht aus ihrem 40-prozentigen Anteil an der Sofidif einen jährlichen Gewinn von zuletzt geschätzten sieben Millionen Euro. Für die grüne Atomexpertin und Europa-Abgeordnete Rebecca Harms ist es "ein Unding, dass die Uno auf Druck der USA zeitgleich gegen Iran Handelssanktionen verhängen, während Europa mit dem Land Atomgeschäfte macht".