Deutsche Klimaziele verlangen harte Einschnitte und gewaltige Neuinvestitionen
Wenn Deutschland an dem Vorhaben festhält, seine Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent (gegenüber 1990) abzusenken, kommen auf die Bürger harte Einschnitte und gewaltige Neuinvestitionen zu. Wie aus einem Strategiepapier des Umweltbundesamts (UBA) hervorgeht, setzen die Fachleute der Bundesregierung auf acht Maßnahmen bei Strom, Wärme und Verkehr, um bis 2020 insgesamt 210 Millionen Jahrestonnen CO2 einzusparen. 40 Millionen Tonnen kämen unter anderem zusammen, wenn die Deutschen ihren Strombedarf um elf Prozent reduzierten, etwa mit Hilfe effizienterer Geräte und der Abschaffung von Stromheizungen. Weitere 44 Millionen Tonnen Einsparung könnte besonders der Ausbau der Windenergie sowie der Biomasseverstromung bringen. 30 Millionen Tonnen brächten neue Kohlekraftwerke sowie der Ersatz von Kohle durch Erdgas. Auf 15 Millionen Tonnen beziffert das UBA die potentiellen Einsparungen im Verkehr durch eine höhere Kraftstoffbesteuerung, eine CO2-abhängige Kfz-Steuer, die Ausdehnung der Lkw-Maut auf alle Bundesfernstraßen sowie verbindliche Emissionsgrenzwerte für Neufahrzeuge. Ebenfalls 15 Millionen Tonnen kämen zusammen, wenn die Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen verdoppelt würde. Noch einmal 15 Millionen Tonnen ließen sich sparen, wenn zum Beispiel der Anteil der Bahn im Güterverkehr von 16,5 Prozent (1999) auf 25 Prozent bis 2020 gesteigert würde, 5 Prozent aller Pkw-Fahrten im Stadtverkehr auf den öffentlichen Nahverkehr und 30 Prozent aller Pkw-Fahrten, die nicht länger als fünf Kilometer sind, aufs Fahrrad verlagert würden.