CDU-Politiker übergibt Mauss-Akten an Bundesanwaltschaft
Wolfgang Bosbach, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat Dokumente, die ihm der umstrittene Agent Werner Mauss im Zusammenhang mit der Affäre um den Verkauf von Akten des Bundeskriminalamts (BKA) vor einigen Wochen zukommen ließ, an die Bundesanwaltschaft übergeben. Dabei handelt es sich um Verschlusssachen aus dem BKA, dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Bundeskanzleramt. Die Papiere stammen angeblich aus einem Schließfach in München, das der "Focus"-Journalist Josef Hufelschulte als Versteck genutzt haben soll. Lieferant eines Großteils der Papiere soll, so Mauss, der ehemalige BND-Chef August Hanning, heute Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sein. "Beweise für diese These", sagt Bosbach, "hatte Mauss aber nicht." Weil der CDU-Sicherheitsexperte "nicht in eine Privatfehde des Herrn Mauss hineingezogen werden und die Unterlagen nicht für mich behalten wollte", informierte er Generalbundesanwältin Monika Harms. Nur eine Stunde nach dem Telefonat ließ die ranghöchste Ermittlerin der Republik die Akten in Bosbachs Bundestagsbüro abholen.