Der Ex-Siemens-Manager und jetzige Telekom-Vorstand Lothar Pauly gerät in der Affäre um schwarze Konzernkassen unter Druck - DER SPIEGEL
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Der Ex-Siemens-Manager und jetzige Telekom-Vorstand Lothar Pauly gerät in der Affäre um schwarze Konzernkassen unter Druck

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In der Affäre um schwarze Kassen des Siemens-Konzerns gerät der Ex- Bereichsvorstand der Kommunikationssparte (Com) und heutige Telekom-Vorstand Lothar Pauly immer mehr in Erklärungsnot. E-Mails aus dem Jahr 2000 werfen die Frage auf, ob der Topmanager über mutmaßliche Schmiergelder in Millionenhöhe informiert war. Zumindest im Fall eines 50-Millionen-Euro-Deals mit dem chinesischen Mobilfunkanbieter Unicom könnte Pauly eine Zahlung auch selbst abgesegnet haben. Eine zentrale Rolle in dem Fall spielt Max R., der für Siemens als Auftragsvermittler gearbeitet hat – und den Ermittler für einen möglichen Schmiergeldverteiler halten. R. informierte Pauly am 29. Februar 2000 in einem Schreiben über ein Treffen mit "Besuchern" in Hongkong. Die Unterredung sei erfolgreich gewesen, "obwohl die Gelder noch nicht zur Verfügung standen". Sein Kollege wäre "eine Menge Verpflichtungen eingegangen und habe süße Versprechungen gemacht". R. musste das Geld von Siemens offenbar auch danach noch anmahnen, denn ein Siemens-Manager räumte rund vier Wochen später gegenüber Pauly ein, "dass die Zahlung bei uns vermasselt wurde" und "erst Anfang nächster Woche Österreich verlasse". Dort unterhielten die Münchner seinerzeit einen Teil ihrer schwarzen Kassen. Über eine zweite Zahlung berichtet der Manager, dass "wir circa zehn Arbeitstage brauchen, um das Geld zum Empfänger zu bringen". Dies sei der Preis, "den wir für die Anonymisierung" zahlen. Zugleich warnte er: "Wir sollten unser Minimum an Abschottung meines Erachtens nicht aufgeben und irgendwelche Direktüberweisungen als Siemens tätigen." Paulys Antwort: "Ist o. k. Die Abschottung nicht aufgeben." Ex-Siemens-Manager Pauly, gegen den in diesem Zusammenhang nicht ermittelt wird, bestreitet, von Schmiergeldzahlungen "gleich welcher Art" gewusst zu haben – ebenso von schwarzen Kassen. Von möglichen rechtswidrigen Zahlungen von R. an Dritte habe er keine Kenntnis. Er wisse auch nicht, weshalb R. auf Anonymisierung der Leistungen gedrängt habe. "Von Schmiergeldzahlungen kann insoweit keine Rede sein", sagt Paulys Anwalt Kurt Kiethe. Gleichwohl: Im Herbst 2000 mahnt R. erneut Zahlungen von Siemens an. Dabei sei es "kein Problem, unsere Rechnungen zu bezahlen". Im unwahrscheinlichen Fall, dass kontrolliert würden, werde man lediglich feststellen, dass er und sein Partner "zwei gut bezahlte Agenten" seien. Es sei unmöglich, die Transaktionen weiterzuverfolgen.