Deutscher Journalisten-Verband fordert in Umzugsdebatte Hilfe der Verlegerwitwe Friede Springer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutscher Journalisten-Verband fordert in Umzugsdebatte Hilfe der Verlegerwitwe Friede Springer

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der Auseinandersetzung um den von der Springer-Führung geplanten Umzug der "Bild"-Redaktion von Hamburg nach Berlin suchen die Mitarbeiter nun den Beistand von Friede Springer. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Hamburg mit der Springer- Betriebsrätin Monika M. Kabay hat die Verlegerwitwe in einem offenen Brief gebeten, sie möge "ihren Einfluss" gegen die Verlagerung geltend machen. Die Gewerkschaft bemüht für ihr Anliegen den verstorbenen Verlagsgründer Axel Cäsar Springer: "Ihr Gatte", heißt es im Brief, sei den Mitarbeitern stets "mit besonderem sozialen Verhalten" begegnet. Einen Umzug hätte er "sicherlich seinen Hamburger Angestellten nicht zumuten wollen". Allerdings muss Axel Cäsar Springer zugleich herhalten, um den Zeitplan von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann für den Umzug zu begründen: Sein Wunschtermin 3. Oktober sei ein Signal, das dem Engagement des Gründers für die Überwindung der deutschen Teilung entspreche, so Diekmann. Dass Friede Springer die Pläne ihres Konzernchefs Mathias Döpfner bremst, ist nicht zu erwarten. An diesem Dienstag schon könnte der Vorstand den Umzug formell beschließen. DJV und Ver.di wollen die Mitarbeiter am selben Tag um fünf vor zwölf zu einer "kämpferischen Mittagspause" mobilisieren.