Spektakuläre Spur im Fall eines 1981 ermordeten Mädchens
Fast 26 Jahre nach der Tat könnte die grausame Entführung und Tötung der zehnjährigen Ursula Herrmann aus Oberbayern vor der Aufklärung stehen. Das Mädchen war 1981 nahe dem Ammersee gekidnappt und in einer Holzkiste vergraben worden. Die Polizei in München sucht derzeit nach einem noch unbekannten Mann, dessen DNA nur durch Zufall entdeckt wurde: Vor einem Jahr sicherten die Beamten Spuren im Penthouse der Münchner Millionärin Charlotte Böhringer. Die 59-jährige Parkhausbesitzerin war erschlagen worden. Ihr heute 32-jähriger Neffe wurde als Täter angeklagt. Doch in der Spülmaschine von Böhringer fand sich an einem Glas eine weitere DNA-Spur von einem Unbekannten, ebenso an einer Schublade im Wohnzimmer. Die identische DNA war vor wenigen Monaten an einer Schraube der Kiste gesichert worden, in der Ursula Herrmann erstickt war. Der Mordprozess gegen den Neffen wurde deshalb überraschend unterbrochen. Inzwischen schließt die Staatsanwaltschaft München aus, dass die DNA von einem Polizeibeamten oder Mitarbeiter stammt, der mit beiden Fällen zu tun gehabt haben könnte. Die Fahnder glauben an einen Mann, der im Fall Herrmann als Täter in Frage kommt und sich nun 25 Jahre später in Böhringers Wohnung aufhielt. Eine Freundin der Toten hatte berichtet, Böhringer habe eine Beziehung zu einem Mann aus der Schweiz mit einem dubiosen Vorleben unterhalten. Den Namen des Bekannten habe Böhringer jedoch nie verraten.