Drahtzieher des Mykonos-Attentats kommt frei - DER SPIEGEL
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Drahtzieher des Mykonos-Attentats kommt frei

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Nach dem Willen der Bundesanwaltschaft soll der iranische Geheimdienstagent Kazem Darabi vorzeitig aus der Haft entlassen und nach Teheran abgeschoben werden. Darabi, der als Drahtzieher des tödlichen Attentats auf vier kurdische Exilpolitiker im Berliner Restaurant Mykonos 1992 gilt und deshalb zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde, soll Ende des Jahres auf freien Fuß kommen und Deutschland dann sofort verlassen. Die Strafverfolger begründen die Entscheidung damit, Darabi, 48, habe dann fast zwei Drittel seiner Haftstrafe abgesessen; wie andere Straftäter auch könne er nach einer Mindestverbüßdauer freikommen. Die Freilassung gilt als überraschend, weil Darabi nach Überzeugung deutscher Sicherheitsbehörden im Auftrag des iranischen Geheimdienstes gehandelt hatte. Seine Inhaftierung war ein Dauerstreitpunkt zwischen den Regierungen in Berlin und Teheran. Die Mullahs hatten mehrfach Darabis Freilassung gefordert, zuletzt im Gegenzug für die Entlassung des deutschen Anglers Donald Klein, der fast 16 Monate unter angeblichem Spionageverdacht in einem Teheraner Gefängnis saß. Einem Deal hatte sich die Bundesregierung widersetzt. In Regierungskreisen heißt es, hinter der Entscheidung stünden keine Zugeständnisse an Teheran, sondern rein juristische Abwägungen. Darabis Anwälte hatten wiederholt Anträge auf Haftentlassung gestellt.