Linkspartei-Vize Katja Kipping fordert Führungsamt für eine Frau
Linkspartei-Vizin Katja Kipping, 29, über die bevorstehende Fusion der Linken und der WASG SPIEGEL: Frau Kipping, Ende der Woche übernehmen zwei Herren im fortgeschrittenen Alter Lothar Bisky, 65, und Oskar Lafontaine, 63, die Spitze einer vereinten Linken. Ist die neue Linke eine Alt-Herren-Bewegung? Kipping: Wir haben tatsächlich in dieser Gesellschaft ein Problem des Patriarchats. Das ist kein Problem, das die Linkspartei allein hat. Bisky, Lafontaine und Gregor Gysi haben allerdings Großes geleistet. Ich finde, dass sie dem noch die Krone aufsetzen würden, wenn sie dafür sorgen, dass es in spätestens einem Jahr einen Wechsel in der Führung gibt. In der Fraktion oder in der Partei muss eine Frau die Linke repräsentieren. Ob die Herren die Größe dazu haben, wird sich zeigen. SPIEGEL: Sind Sie neidisch auf die Frauenquote der Grünen? Kipping: Auch wir haben die Quote. Alle Gremien sind mindestens zu 50 Prozent mit Frauen besetzt. Wir hatten bei der Fusion von WASG und Linkspartei jedoch noch eine andere Quotierung zu berücksichtigen Vertreter zweier unterschiedlicher Parteien mussten bedacht werden. SPIEGEL: Frauen wurden übergangen? Kipping: Ich beschönige da nichts. Es ist ein politischer Fehler, dass ein Herren-Triumvirat nun die Führung allein übernimmt. Wir Frauen werden auf die Korrektur dieser Entscheidung drängen