Neue Vorwürfe in der Sachsen-Affäre
In der sächsischen Korruptionsaffäre gerät die Leipziger Staatsanwaltschaft weiter in Bedrängnis. Aus einer internen Aktennotiz der Polizeidirektion Leipzig, die sich um die Aufklärung des Mordanschlags auf den städtischen Immobilienmanager Martin Klockzin 1994 bemühte, geht hervor, dass die Ermittler massiv behindert wurden. Die Beamten beklagen unter anderem, zwielichtige Richter hätten nicht zur Vernehmung erscheinen müssen. Der Vermerk schließt mit der Frage: "Wer will hier was vertuschen?" Aus Leipziger Ermittlungsakten geht zudem hervor, dass neben Klockzin ein weiterer Jurist, der sich für die Stadt mit Immobilien beschäftigte, Opfer eines Überfalls wurde. Der Anwalt, der beim Leipziger Amt zur Regelung offener Vermögensfragen Verträge sichtete, wurde erst zusammengeschlagen und später durch eine an der Windschutzscheibe seines Wagens geklebte Patrone bedroht. Nach dem Übergriff kündigte der Mann den Job und floh in den Westen. Er hatte zwielichtige Grundstücksverträge auf Sittenwidrigkeit hin überprüft und beanstandet.