Ölindustrie-Dienstleister Catoil beschäftigt die Justiz - DER SPIEGEL
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Ölindustrie-Dienstleister Catoil beschäftigt die Justiz

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Einer der erfolgreicheren Börsengänge des vergangenen Jahres, der des Ölindustrie- Dienstleisters Catoil, beschäftigt nun die Justiz. Hintergrund des Rechtsstreits vor dem Lübecker Landgericht ist die Frage, wer der eigentliche Hauptaktionär der Firma ist, die zwischenzeitlich einen Börsenwert von über 1,2 Milliarden Euro besaß. Kurz vor dem Börsengang hatte sich der Hamburger Steuerberater Walter Höft auf Druck der Emissionsbank Dresdner Kleinwort Wasserstein als Großaktionär der Firma geoutet. Zunächst war im Börsenprospekt nur von einem Einzelinvestor die Rede. Unterlagen von Mitte der neunziger Jahre legen jedoch den Verdacht nahe, dass zumindest damals mehrere ehemalige und amtierende Vorstände des größten russischen Ölkonzerns Lukoil verdeckt die Mehrheit an dem Unternehmen hielten. Unter ihnen der Deutschrusse und frühere Lukoil-International-Chef Heinrich Schmidt, der 1997 unter fragwürdigen Umständen in Moskau starb. Dessen Sohn will von Höft nun die Anteile seines Vaters an der Firma herausklagen, die dieser bis zu seinem Tod am 31. August 1997 an der Catoil gehalten haben soll. Einen Tag später waren die Aktien auf wundersame Weise auf Höft übergegangen, der Catoil in dieser Zeit steuerlich beraten hatte – zu Unrecht, wie der Schmidt-Erbe meint. Höft dagegen behauptet, er habe die Anteile "rechtmäßig" erworben. Im Gesellschaftervertrag sei damals festgelegt worden, dass Schmidts Anteile nicht an seine Erben, sondern an einen Dritten gehen sollten. Der Name der Person wurde von den Höft-Anwälten in den Lübecker Gerichtsunterlagen geschwärzt. Dabei handelt es sich nach einer dem SPIEGEL vorliegenden ungeschwärzten Kopie um den Ex- Lukoil-Vorstand und heutigen Transneft-Chef Semjon Wainschtok. Höft behauptet, dass der große Unbekannte ihn zunächst als Treuhänder für die Anteile eingesetzt, ihm später aber angeboten habe "die Beteiligung auch wirtschaftlich zu übernehmen".