Förderung von Betriebsrenten beschert Mehrheit der Arbeitnehmer und Rentner Einkommenseinbußen
Die weitere Förderung von Betriebsrenten würde einer Mehrheit von Arbeitnehmern und Rentnern teils erhebliche Einkommenseinbußen bescheren. Das geht aus einer internen Analyse des Deutschen Rentenversicherungs Bunds (DRB) hervor. Vergangene Woche hatte Sozialminister Franz Müntefering (SPD) angekündigt, dass Arbeitnehmer auch künftig bis zu vier Prozent ihres Bruttoverdienstes in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen können, ohne dass dafür Sozialbeiträge fällig werden. Bislang war geplant, diese Förderung der sogenannten Entgeltumwandlung Ende nächsten Jahres auslaufen zu lassen. Nach der DRB-Studie führt die Fortsetzung der bestehenden Regelung zwar dazu, dass Arbeitnehmer im Alter höhere Erträge aus ihrer Betriebsrente erzielen. Im Gegenzug sinkt aber ihr gesetzliches Altersgeld, weil sie wegen der Entgeltumwandlung geringere Rentenbeiträge zahlen. Unter dem Strich lohnt sich das für Arbeitnehmer, die bei Abschluss der Betriebsrente jünger als 40 Jahre sind. Wer älter ist, muss sich dagegen auf geringere Einkünfte einstellen. Bei Frauen führt die Beitragsfreiheit schon bei Veträgen ab dem 30. Lebensjahr zu niedrigeren Alterseinkünften. Zudem bewirkt die über das kommende Jahr hinaus geltende Förderung der Betriebsrenten, dass heutige Rentner weniger Geld erhalten. "Da sich die Anpassung der Renten an der Entwicklung der Entgelte orientiert" so die Studie, "fällt sie bei Beitragsfreiheit der Entgeltumwandlung entsprechend geringer aus". Besonders getroffen werden der Analyse zufolge die Bezieher von Erwerbsunfähigkeitsrenten. Sie müssen mit Einbußen von bis zu vier Prozent rechnen.